Epilog

Russland war für uns irgendwie nur “Durchreiseland” auf unserer Rückreise und es gehört nicht unbedingt zu unseren favorisierten Ländern. So richtig viel können wir mit der russischen Lebensweise und Kultur nicht anfangen, vieles erinnert besonders mich an die Zeiten in der DDR und der damals zwanghaft aufrecht erhaltenen Freundschaft zu unseren “sowjetischen Brüdern”. Landschaft und Menschen wirken oft deprimierend, jenseits des Urals leben die Menschen scheinbar unverändert seit hunderten von Jahren in ihren kleinen Holzhütten und oft scheint der Vodka der einzige Freund, der ein bisschen gute Laune in das Leben der Russen bringt. Es gibt enorme Unterschiede zwischen Arm und Reich, was einem besonders in den Städten Moskau und St. Petersburg auffällt. Eines der krassen Erlebnisse, das wir hatten, war ein toter Obdachloser auf einem Fussweg, nur spärlich mit einer Plastikplane zugedeckt und jeder lief völlig teilnahmslos vorbei oder stolperte fast darüber, als wäre es das Normalste der Welt. Wahrscheinlich ist es dort etwas Alltägliches, man sieht sehr viel Leid und doch auch genauso viele teure Boutiquen und Kaufhäuser und reiche Moskauer, die in schicken Nobelkarossen durch die Stadt fahren.

St. Petersburg hat uns jedenfalls super gefallen, eine wirklich sehr sehenswerte Stadt und im Sommer auf jeden Fall für einen Wochenendausflug zu empfehlen. Sibirien im Winter ist sicher ein Erlebnis, die Landschaft am Baikalsee sehr schön, aber insgesamt verstehen wir den “Hype” um eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn nicht – besonders nicht bei den Preisen, die dafür in Europa von Reiseveranstaltern verlangt werden. Mütterchen Russland – ein riesiges, leeres Land und eine Reise dorthin ganz sicher Geschmacksache.